Kaninchen sind wundervolle Tiere – sensibel, sozial, eigenständig.
Aber sie sind keine Haustiere „für nebenbei“. Sie brauchen Wissen, Zeit und Platz. In diesem Abschnitt zeige ich dir ehrlich, worauf du dich einlässt , damit deine Entscheidung eine gute für euch beide wird.
Kaninchen kuscheln nicht gern
Viele stellen sich Kaninchen als verschmuste Gefährten vor. Die Realität sieht anders aus:
Kaninchen mögen es in der Regel nicht, hochgehoben oder ständig angefasst zu werden. Sie zeigen Zuneigung durch Nähe, Ruhe und Vertrauen. Wenn du ein Kuscheltier möchtest, ist ein anderes Tier sicher die bessere Wahl.
Ein Kaninchen ist kein Kaninchen
Kaninchen sind hochsoziale Tiere. Sie brauchen einen Artgenossen zur Kommunikation, Fellpflege, Wärme & Sicherheit. Ein Meerschweinchen kann das nicht bieten. Ebenfalls brauen sie ständige Gesellschaft – nicht nur zeitweise Beschäftigung durch Menschen.
Einzeln gehaltene Kaninchen leiden still, auch wenn sie äusserlich „ruhig“ erscheinen.
Einzelhaltung ist gesetzlich verboten in der Schweiz.
Sie brauchen viel Raum – ein Käfig reicht nicht
Die Faustregel lautet:
Mindestens 6 m² für zwei Kaninchen – dauerhaft zugänglich, nicht nur stundenweise.
Das bedeutet: Kein handelsüblicher Käfig, kein Balkonkäfig, kein Gehege für „ein paar Stunden Auslauf“.
Kaninchen brauchen Raum zum Rennen, Haken schlagen, Rückzug Tag & Nacht.
Kaninchen machen Arbeit
Kaninchen benötigen täglich intensive Pflege. Sie brauchen mehrfach am Tag frisches Futter, eine regelmässige Kontrolle von Zähnen, Augen, Gewicht und Verhalten sowie die tägliche Reinigung ihrer Toilettenecken. Darüber hinaus sind Beschäftigungsmöglichkeiten und Umweltanreize wichtig, um Langeweile und Verhaltensstörungen vorzubeugen. Ebenso entscheidend ist die aufmerksame Beobachtung, um gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Zusätzlich fallen wöchentliche Grundreinigungen des Geheges an, gelegentliche Tierarztbesuche und eine verlässliche Urlaubsvertretung müssen organisiert werden. Wer häufig unterwegs ist oder nur unregelmässig Zeit hat, kann diesen Bedürfnissen kaum gerecht werden und sollte die Haltung von Kaninchen nochmals überdenken.
Die Fütterung ist herausfordernd
Kaninchen benötigen jeden Tag frisches Grün. 2x täglich eine handvoll ist zu wenig. Da Kaninchen einen Stopfmagen haben, essen sie ständig, um die Nahrung verdauen zu können. Im Winter kann dies zu enormen Kosten führen, da regelmässig Salat, Kohl und Kräuter angeboten werden muss. Im Sommer ist die Fütterung zwar gratis, da man ihnen frische Wiese anbieten kann, aber das Sammeln nimmt viel Zeit ein.
Kaninchen sind Exoten
Kaninchen gelten als exotische Heimtiere. Das bedeutet, dass der Tierarzt um die Ecke meist nicht genug Expertise hat. Sie benötigen einen fachkundigen Tierarzt. Das wird schnell teuer. Man sollte mit einer Rücklage von 500 Franken pro Tier Minimum rechnen.
Kaninchen sind schnell gelangweilt
Kaninchen sind neugierig, intelligent und aktiv.
Wenn sie unterfordert sind, beginnt Frust. Sie nagen Möbel an, graben Teppiche auf oder wirken apathisch. Diese Verhaltensweisen sind kein „Fehlverhalten“, sondern ein Hilferuf.
Kaninchen leben lang
Der Mythos, dass Kaninchen nur 1-2 Jahre leben hält sich hartnäckig. Tatsächlich werden die Tiere bis zu 10 Jahre oder älter. Mit dem Alter kommen auch mehr Gebrechen und höhere Tierarztkosten auf einen zu.
Wie viel kostet ein Kaninchen bei der Erstanschaffung?
Kaninchen brauchen artgerechte Gehege und Einrichtungen. Das bedeutet, dass man bei der Erstanschaffung aber auch richtig sparen kann, wenn man es richtig anstellt. Die Preisangaben variieren stark je nach Haltungsform und können beliebig ergänzt werden.
Die angegebenen Preise verstehen sich als Richtwert für den Einstieg in die Kaninchenhaltung. Mit der Zeit können – je nach Bedarf und Lebensweise deiner Tiere – weitere artgerechte Elemente ergänzt werden.
Anschaffung der Tiere
Einrichtung
Tierarztkosten
Futter
Einstreu
Wie viel kosten Kaninchen im Monat?
Kaninchen sind mitunter die teuersten Tiere, die man sich anschaffen kann. Zum einen, weil ihre Fütterung besonders im Winter teuer wird, aber auch, weil sie einen fachkundigen Tierarzt brauchen. Die Einblicke in die monatlichen Kosten gelten nicht für die Erstanschaffung.
Fütterung
Bei Kaninchen unterscheidet man zwischen der Sommer- und der Winterfütterung. Die Winterfütterung ist verbunden mit dem Kauf von diversen Frischfutter.
Futter aus dem Zoohandel ist tabu!
Heu sollte aber immer rund um die Uhr angeboten werden.
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2 Kaninchen Winter: 250 Franken/Monat
2 Kaninchen Sommer: 30 Franken
Einstreu
Die Versorgung beinhaltet auch, die Einstreu ins Budget einzuplanen. Diese ist aber mitunter günstig, da Kaninchen sehr stubenrein sind und unter anderem "nur" Katzentoiletten benötigen.
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2 Kaninchen: 40 Franken/Monat
Beschäftigung
Damit Kaninchen artgerecht leben können, benötigen sie diverse Verstecke, Buddelmaterial und Nagezeug. Vieles davon kann man auch selbst basteln oder aus der Natur sammeln. Einzig der Sand oder die Erde in der Buddelkiste sollte monatlich ausgetauscht werden.
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2 Kaninchen: 10 Franken
Tierarztkosten
Da Kaninchen als exotische Heimtiere gelten, ist ein fachkundiger Tierarzt Pflicht. 1x im Jahr müssen die Kaninchen auch geimpft werden. Wenn ein Kaninchen mal krank wird, kann das schnell teuer werden, denn meist verstecken sie es so gut, dass eine intensivere Betreuung bei Auffälligkeiten erforderlich sein kann. Dafür sollte man gute Rücklagen haben.
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Impfung: 50 Franken/Jahr/Kaninchen
Rücklagen: 100/Monat/Kaninchen
Wie leben Kaninchen glücklich?
Kaninchen sind anspruchsvolle Tiere und meiner Erfahrung nach eines der teuersten Tiere, die man sich zulegen kann, wenn man die Haltung artgerecht gestalten möchte.
Innenhaltung vs. Aussenhaltung
Beide Haltungsformen haben ihre Vor- und Nachteile. Wie man sich schlussendlich entscheidet, hängt von der eigenen Lebenssituation ab. Grundsätzlich gilt - in beiden Formen können Kaninchen artgerecht leben.
Innenhaltung
Kaninchen lassen sich wunderbar im Haus oder in der Wohnung halten, wenn man ihnen den nötigen Raum und die richtige Umgebung bietet. Innenhaltung bedeutet jedoch nicht „Käfig in der Ecke“, sondern ein durchdachter Lebensraum, der den natürlichen Bedürfnissen der Tiere gerecht wird.
📏Platz
Artgerecht heisst: mindestens 6 m² dauerhaft zugänglicher Platz für zwei Kaninchen – besser mehr. Ideal ist ein eigenes Zimmer. Wer die Tiere wirklich in den Alltag integrieren möchte, kann ihnen wie Katzen die gesamte Wohnung zur Verfügung stellen. Dafür eignen sich zum Beispiel modulare Trenngitter (z. B. von Songmics), um einzelne Bereiche abzugrenzen oder sicher zu gestalten.
🛡️ Wohnung sicher machen
Kaninchen sind neugierig und nagen gern. Deshalb ist es wichtig, die Umgebung „kaninchensicher“ zu gestalten:
- Steckdosen abdecken oder Kabel schützen
- Giftige Pflanzen entfernen oder unerreichbar platzieren
- Teure oder empfindliche Holzmöbel sichern oder umstellen
🚫 Glatter Boden? Keine gute Idee.
Kaninchen haben keine Ballen wie Hunde oder Katzen. Ihre behaarten Pfoten finden auf glatten Böden wie Parkett oder Fliesen kaum Halt. Das kann zu Unsicherheit, Gelenkproblemen und Stress führen. Waschbare Teppiche bieten eine einfache und günstige Lösung (z. B. bei IKEA). Eine teurere, aber sichere Variante ist, den Boden mit PVC auszulegen. Glatte Flächen kannst du dir aber auch zunutze machen, um bestimmte Bereiche bewusst auszuschliessen.
🚽 Kaninchen sind stubenrein
Viele unterschätzen Kaninchen, dabei sind sie von Natur aus sehr reinlich. Sie nutzen bevorzugt bestimmte Ecken zum Urinieren und Koten. Mit etwas Unterstützung lassen sich Kaninchen sehr gut an Toilettenschalen gewöhnen.
So funktioniert's:
- Stelle Toilettenschalen mit Einstreu und Heu in die bevorzugten Ecken (Kaninchen fressen und koten meist gleichzeitig)
- Biete Futter nur in oder direkt an den Toilettenstellen an – so festigt sich das Verhalten
- Reinige regelmässig, aber lasse etwas Kot in der Schale, damit der Geruch erhalten bleibt
- Wenn ein Kaninchen woanders uriniert, stelle dort eine neue Schale auf – sie zeigen dir, wo sie sich wohlfühlen
Vorteile der Innenhaltung
- Nähe & Bindung: Kaninchen gewöhnen sich schneller an dich, verlieren schneller ihre Scheu und zeigen mehr Verhalten.
- Gesundheitskontrolle: Du hast sie ständig im Blick und bemerkst Auffälligkeiten oder Krankheiten frühzeitig.
- Wetterunabhängigkeit: Keine Sorgen wegen Kälte, Hitze oder Regen – der Alltag ist planbarer.
Herausforderungen
- UVB-Mangel: In Innenräumen fehlt das natürliche Sonnenlicht. Lösung: regelmässig lüften oder mit einer speziellen UVB-Lampe arbeiten, um Vitamin D Mangel vorzubeugen.
- Fellwechsel: Die Haare können hartnäckig an Möbeln und Kleidung haften. Lösung: Ein Staubsaugerroboter und eine Klebebürste werden deine besten Freunde.
- Krallenpflege: Ohne natürliche Abnutzung musst du die Krallen regelmässig kontrollieren und schneiden.
Aussenhaltung
Kaninchen im Garten zu halten klingt idyllisch und tatsächlich bietet die Aussenhaltung viele Vorteile. Doch sie ist deutlich komplexer als die Haltung in Innenräumen. Wer Kaninchen draussen halten möchte, muss bereit sein, viel Zeit, Geld und Planung zu investieren, um ihnen wirklich ein sicheres und artgerechtes Leben zu ermöglichen.
In der Aussenhaltung sind Kaninchen vielen Gefahren ausgesetzt. Von Raubtieren wie Mardern und Füchsen bis hin zu extremen Wetterbedingungen. Umso wichtiger ist ein Gehege, das sowohl ausbruchssicher als auch einbruchsicher ist und den Tieren rund um die Uhr Schutz und Rückzugsmöglichkeiten bietet.
Wichtige Anforderungen:
- Mindestens 6 m² Nachtgehege für zwei Kaninchen – dauerhaft zugänglich
- Gitterstärke von mindestens 1,2 mm Drahtstärke – nur so sind Marder & Co. ausgeschlossen
- Von unten sichern mit Steinplatten: hygienisch, wühlsicher und gut zu reinigen
- Von oben schützen, z. B. mit einem Katzennetz gegen Greifvögel
- Zäune im Garten schützen vor Hunden, Füchsen und anderen Tieren
- In vielen Kantonen ist eine Baugenehmigung für fest verbaute Gehege erforderlich – informiere dich vorab bei deiner Gemeinde
❄️ Wetter: Herausforderung & Verantwortung
Kaninchen sind relativ kälteunempfindlich mit ihrem dichtem Winterfell und windgeschütztem Unterschlupf kommen sie gut durch frostige Tage. Hitze dagegen ist gefährlich. Schattenplätze, Kühlsteine und Wasserstellen sind im Sommer unerlässlich.
Wichtig:
- Wind- und regengeschützte Rückzugsorte
- Keine Zugluft
- Im Sommer unbedingt Hitzeschutz schaffen (Schatten, feuchte Tücher, kühle Böden)
Vorteile der Aussenhaltung
- Mehr Platz und mehr Naturverhalten: Graben, rennen, buddeln – hier können Kaninchen ihre Instinkte frei ausleben
- Beobachtungsmöglichkeiten: Du siehst sie beim Grasen, Hoppeln, in sozialen Interaktionen
- Höheres Aktivitätsniveau: Mehr Platz = mehr Bewegung = mehr Lebensfreude
Herausforderungen
- Weniger Nähe zum Menschen: Draussen gehaltene Kaninchen bleiben oft länger scheu
- Höheres Risiko durch Raubtiere – trotz aller Sicherheitsmassnahmen bleibt ein Restrisiko
- Wetterabhängigkeit: Pflege, Reinigung und Versorgung müssen auch bei Regen, Sturm oder Schnee erfolgen
- Kosten & Aufwand: Ein sicheres Gehege ist teuer und muss regelmässig gewartet werden
Einrichtung
Häuser mit mehreren Eingängen
Die Bauten von Kaninchen haben immer mehrere Ein- und Ausgänge. Das sicher ihr Überleben, da sie schneller fliehen können. Häuser können entweder selbst zusammengebaut werden oder Möbel mit einer Stichsäge erweitert werden. Für den Anfang reichen sogar einfache Kartons, in die man mehrere Eingänge reinschneidet.
Buddelkisten
Kaninchen buddeln für ihr Leben gern. Besonders Weibchen sind sehr aktiv. Hier bieten sich diverse Boxen an, die mit Kinderspielsand oder ungedüngter Erde befüllt werden können. Die Boxen sollten gross genug sein. Ideal ist eine hohe Box mit 1 m² Fläche.
Nagematerial
Für ihre Zahngesundheit und das Wohlbefinden sowie die Beständigkeit der eigenen Möbel, sollte immer Nagematerial angeboten werden. Dafür muss man nicht unbedingt etwas kaufen. Am liebsten werden frisch geschnittene Äste benagt. Auch Nachbarn sind immer sehr dankbar, wenn sie ihren Baumschnitt nicht entsorgen müssen. Eine Win-Win Situation für beide.
Heuraufen & Wasserschüssel
Heuraufen dürfen nicht zu klein sein und sollten von oben immer geschlossen sein. So minimiert man die Gefahr von Verletzungen. Hierbei bieten sich moderne Tische an. Aber Achtung: Die Gitterstäbe müssen eng genug sein, damit dein Kaninchen nicht mit dem Kopf durchpasst. Hier kann es feststecken und sich im schlimmsten Fall sogar durch Strangulation selbst töten.
Wasser sollte ausschliesslich in schweren Schüsseln angeboten werden. Nippeltränken sind nicht artgerecht.
Spielzeuge
Weitere Spielzeuge wie Snackbälle, Schnüffelteppiche und Intelligenzspielzeuge sind eine tolle Ergänzung, aber nicht unbedingt ein Muss.
Fütterung
Die artgerechte Fütterung von Kaninchen ist herausfordernd und zehrend. Es sollte ständig Frischfutter angeboten werden. Die Fütterung von Pellets aus dem Zoohandel ist nicht artgerecht und führt auf Dauer zu gesundheitlichen Schäden. Stell dir vor, du würdest jeden Tag Fast-Food und Süssigkeiten zu dir nehmen. Auf Dauer wirkt sich das negativ aus.
Die Fütterung wechselt sich saisonal ab. Man unterscheidet zwischen Sommerfütterung (Wiese, Kräuter, frische Äste) und Winterfütterung (Salate, Kohl, kalorienarmes Gemüse).
Im Sommer nimmt das Sammeln viel Zeit und Expertise in Anspruch. Man sollte sich mit verschiedenen Kräutern aus der Natur auskennen. Im Schnitt ist man ca. 30 Minuten unterwegs, um eine Ration für 2 Kaninchen zu bekommen.
Im Winter kostet die Versorgung sehr viel. Im Schnitt kann man mit 200 Franken bei 2 Kaninchen im Monat rechnen. Da nicht jeder Supermarkt eine grosse Auswahl an Salaten hat, muss man auch Zeit einplanen, um Abwechslung in der Fütterung einzurechnen. Mittlerweile gibt es aber auch in der Schweiz Lieferdienste, die frisches Futter direkt an die Haustür liefern.
Erfahre mehr zur Sommer- und Winterfütterung unten.
Heu sollte immer angeboten werden.
Die Sommerfütterung
Von April bis Anfang Oktober können Kaninchen kostenlos artgerecht ernährt werden. Meist ist das ungeliebte Unkraut am Wegrand genau das, was deine Kaninchen gesund macht!
Einen praktischen Sammelguide findest du in dieser Liste.
Wie bleibt mein Kaninchen gesund?
Auch wenn du dein Kaninchen gut versorgst, kann es mal krank werden – das ist ganz normal. Weil Kaninchen das aber nicht so leicht zeigen, musst du ganz genau hinschauen.
👀 Beobachte dein Kaninchen täglich!
- Kommt es zum Fressen wie sonst auch?
- Bewegt es sich normal?
- Sitzt es fröhlich da oder wirkt es schlapp?
Wenn ein Kaninchen nicht frisst, sich versteckt oder sich anders verhält als sonst, dann stimmt etwas nicht! Ein Besuch bei einem Kaninchen-Tierarzt ist dann ganz wichtig.
🔍 Wöchentlicher Gesundheits-Check
Du kannst dein Kaninchen auch regelmässig untersuchen. Das hilft, Krankheiten früh zu erkennen:
📏 Wiegen:
Stell dein Kaninchen einmal pro Woche auf die Waage. Wenn es viel Gewicht verliert, stimmt etwas nicht.
🐰 Fell und Haut:
Schau, ob das Fell glatt und gepflegt ist. Kahle Stellen oder Schorf können ein Zeichen für Parasiten oder Pilze sein.
👁️ Augen:
Sind sie klar und offen? Wenn sie verklebt sind, reinige sie vorsichtig mit einem Kosmetiktuch und warmem Wasser. Bleibt es so, geht bitte zum Tierarzt.
🦷 Zähne:
Die Schneidezähne sollten gerade und nicht zu lang sein. Abgebrochene oder schiefe Zähne sind ein Fall für den Tierarzt.
💩 Köttel:
Normale Köttel sind rund, fest und dunkel. Wenn sie breiig oder matschig sind, ist das ein Warnzeichen. Blinddarmkot hat eine eher weiche Konsistenz und kann bei einer Futterumgewöhnung schon mal vorkommen, normalerweise wird er aber von den Kaninchen gefressen. Zu viel Blinddarmkot sollte von einem Tierarzt angeschaut werden.
Wie bringe ich ein neues Kaninchen in die Gruppe ein?
Die Vergesellschaftung ist die Krönung der Kaninchenhaltung. Sie erfordert viel Expertise und Feingefühl.
✅ Vorbereitung der Tiere
Vor der Zusammenführung sollten alle Kaninchen auf Parasiten oder Krankheiten untersucht. Wenn eine Krankheit akut ist, sollte man mit der Vergesellschaftung lieber warten.
🏠 Neutraler Boden
Die Zusammenführung sollte auf neutralem Boden erfolgen, den keines der Kaninchen als Revier betrachtet. Auch sollte darauf geachtet werden, dass sich keine Gegenstände im Gebiet befinden, die ein Kaninchen bereits kennt. Dies reduziert territoriale Aggressionen.
🐇 Auswahl der Tiere
Nicht alle Kaninchen verstehen sich auf Anhieb. Besonders bei Gruppenvergesellschaftungen mit vier oder mehr Tieren ist Erfahrung erforderlich, da diese komplexer sind als die Zusammenführung von zwei bis drei Kaninchen. Beinahe immer erfolgreich sind Vergesellschaftungen mit einem Weibchen und einem kastrierten Rammler.
⚠️ Wichtige Hinweise
Vergesellschaftungen sind für Kaninchen sehr stressig und können, insbesondere bei grösseren Gruppen, auch scheitern. Daher sollten nur notwendige Zusammenführungen durchgeführt werden, um funktionierende Gruppen nicht zu gefährden.
Weiterführende Literatur und Quellen:
Kaninchenhaltung: Wie halte ich Kaninchen richtig? | PETA. (2024, July 19). PETA Deutschland e.V. https://www.peta.de/themen/kaninchenhaltung/
Kaninchen Info. (o. D.). http://www.diebrain.de/k-index.html
Kaninchen-Ratgeber. (o. D.). https://kaninchenwiese.de/
Möhren sind orange e.V. (2024, 13. November). Home - Möhren sind orange. Möhren Sind Orange. https://www.moehren-sind-orange.de/
Schillinger, V. (2023). Zwergkaninchen: So geht es deinen Tieren gut.